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White Sands National Park

Die USA-Reise stand wieder ganz oben auf meiner Liste. In diesem Jahr wollte ich endlich mal wieder in unsere alte Heimat, nach New Mexico. Im letzten Jahr habe ich Jenny während der Texas School of Photography kennengelernt, und wir wurden sofort beste Freundinnen. Wir vereinbarten, dass ich sie dieses Jahr besuchen würde. Während unserer Planung für die Texas School lud ich Jenny ein, gemeinsam mit mir nach New Mexico zu fliegen. So stand die Reise ganz unter dem Motto: Zwischen Erinnerungen und Fotografie.

Gesagt, getan. Bereits 2022 buchte ich meinen Flug nach Orlando, Florida, zu Jenny E Photography. Manchmal trifft man im Leben Menschen, die man für immer ins Herz schließt, und das ist bei Jenny in so kurzer Zeit passiert. Gemeinsam buchten wir unsere Flüge nach El Paso und Dallas. 

Die Texas School of Photography verspricht, dass man in dieser einen Woche Freunde fürs Leben findet. Und genau das ist auch passiert.

Erste Station: Florida

Am 15. April flog ich von Frankfurt nach Orlando. Der Flug kam mir überraschend kurz vor, nur 10 Stunden. Früher, als wir noch in New Mexico lebten, waren wir normalerweise etwa 24 Stunden mit Zwischenstopps und Fahrzeiten unterwegs, wenn wir nach El Paso flogen.

Ein Herzliches Wiedersehen

Jenny holte mich am Flughafen in Orlando ab. Wir trafen uns im Flughafengebäude und es fühlte sich an, als hätten wir uns gestern erst gesehen. Es war sehr herzlich. Während der 1,5-stündigen Fahrt zu ihrem Zuhause in Ocala hatten wir viel zu erzählen. Unterwegs machten wir einen Zwischenstopp bei TacoBell, da ich diese Kette liebe. Schade, dass es sie nicht in Deutschland gibt.

Bei Jennys Zuhause erwarteten uns ihr Mann und ihre beiden Jungs. Sie leben in einer wunderschönen ländlichen Gegend am Stadtrand von Ocala, umgeben von viel Grün, riesigen Bäumen und tollen Häusern. Ihr Garten wird kaum genutzt, es gibt keine Sitzecke, nur Rasen, Pflanzen und Bäume. Schon als wir in New Mexico waren, ist uns aufgefallen, dass Amerikaner nicht gerne draußen im Freien sitzen.

Ich kam mit einem leeren Koffer an, damit ich einkaufen gehen konnte. Ich hatte eine Liste mit Dingen, die ich kaufen wollte. So fuhren wir am Sonntag, den 16.04., nach einem Spaziergang zum Einkaufen. Die Jungs fuhren mit ihrem Vater zu ihrem Wochenendhaus an einem See, wo sie an alten Motorrädern herumschraubten und den Tag verbrachten.

Schon am ersten Tag war ich im Shopping-Paradies und konnte den Großteil meiner Liste abarbeiten. Für die Pyjama-Party an der Texas School haben wir uns jeweils das gleiche Nachthemd gekauft, um im Partnerlook zu gehen.

 

Geburtstagsüberraschung

Eine Geburtstagsüberraschung

Am Dienstag war mein Geburtstag. Jenny hatte zu tun, und die Jungs waren in der Schule. Nachdem Jenny ihre E-Mails und Fotos bearbeitet hatte, fuhren wir zu einer Schule, wo sie ein kleines Mädchen fotografieren sollte. Ich half ihr dabei. Anschließend fuhren wir in ihr Studio, um es für ihre Headshot-Session mit drei Immobilienmaklern vorzubereiten. Ich durfte als Model einspringen. Wir probierten verschiedene Lichtsituationen aus, bevor die drei Herren ankamen. Die Session verlief schnell und wir hatten viel Spaß. Einer der Makler plant in diesem Jahr eine Motorradtour durch Europa und möchte mich in Deutschland besuchen. Ich bin gespannt.

Am Abend wurde ich nach dem Abendessen mit einem Geburtstagsständchen und einer köstlichen Geburtstagstorte überrascht.

Am Dienstag Abend fuhren wir nach Orlando, um an einem Treffen der Professional Photographers of Florida teilzunehmen. Dort trafen wir andere Fotografen und nahmen an einem Workshop für Fashion-Fotografie teil. Der Austausch mit anderen Fotografen war sehr inspirierend. Wir konnten wertvolle Tipps und Tricks teilen und neue Kontakte knüpfen.

 

Von Florida nach New Mexico, unterwegs in die alte Heimat

Jenny hatte mir schon 2022 erzählt, dass sie noch nie in New Mexico gewesen war. Als ich meine Reise plante, kam mir die Idee, meine alte Heimat in Alamogordo nach sechs Jahren wieder zu besuchen. Ich erzählte Jenny davon und sie war sofort begeistert und sagte, sie würde mich begleiten.

Von Florida nach El Paso, TXAm 19. April flogen wir nach El Paso und wurden am Flughafen von meiner Freundin Tina und ihrer Schwester abgeholt. Es war wunderbar, sie nach fast sechs Jahren wiederzusehen.

Auf dem Weg nach Alamogordo machten wir einen kurzen Zwischenstopp in Orogrande, wo nun die „Aliens“ Einzug gehalten haben. Als wir schließlich in Alamogordo ankamen, stoppten wir in ein authentisches mexikanisches Restaurant. Ich hatte die mexikanische Küche und vor allem Chile sehr vermisst und bestellte mir Chile Rellenos. Natürlich gab es eine Margarita dazu.

Ein Wiedersehen mit Tina

Ein Wiedersehen mit Tina

 

Alamogordo und White Sands – Auf den Spuren der Erinnerung

Während der Zeit hier blieben wir bei Tina, Tina Beltran Photography, und ihrem Mann Bobby, der sich gerade von einer Hüft-OP erholte. Leider konnte Tina deshalb nicht mit uns die Gegend erkunden.

Am Donnerstagabend wollte ich unbedingt mit Jenny nach White Sands fahren. Dieser Ort war während meiner Zeit in Alamogordo sowas wie mein zweites Fotostudio, denn ich hatte dort viele Fotoshootings gemacht. Bevor wir dorthin fuhren, machten wir am Morgen einen Spaziergang im Foothillpark und aßen zu Mittag im Golfkurs, wo wir Huevos Rancheros mit Chile genossen. Anschließend besuchten wir alte Freunde, Karl und seine Frau Kim.

Ich zeigte Jenny unser Haus, wo wir gewohnt hatten. Es war ein sonniger Tag mit einem klaren blauen Himmel. Wir besuchten das Visitor Center und fuhren dann in den Nationalpark. Jenny war beeindruckt von den endlosen Sanddünen und der beeindruckenden Wüstenlandschaft. Wir erkundeten verschiedene Pfade, einen Picknickplatz und suchten uns schließlich einen Platz auf den Dünen, um mit unseren Kameras zu spielen und auf den Sonnenuntergang zu warten. Es war warm genug, um barfuß zu laufen. Als die Sonne tiefer sank und das Licht wunderschön orange wurde, wurde der Sonnenuntergang schnell. Wir probierten verschiedene Techniken und Objektive aus, um die beste Aufnahme zu bekommen.

Obwohl der Sonnenuntergang aufgrund des wolkenlosen Himmels nicht so spektakulär war wie erhofft, hatte ich dennoch einen Favoriten unter meinen Fotos.

Nach unserer Rückkehr zu Tina und Bobby wurden wir mit einem leckeren Abendessen begrüßt, es gab natürlich Chile. Wir brachten Wein mit und genossen den Abend auf der Terrasse.

Sightseeing

Am nächsten Tag zeigte ich Jenny Ruidoso und das Inn of the Mountain Gods. Auf dem Rückweg aßen wir in einem Restaurant namens „Old Roadhouse“, das Gerichte der amerikanischen Ureinwohner anbietet. Wir bestellten uns jeweils einen Teller mit verschiedenen Köstlichkeiten, um alles ausprobieren zu können. Es war scharf, aber unglaublich lecker.

Abends entspannten wir uns in einer Brauerei und lauschten einer Live-Frauenband, während wir draußen saßen.

Am Samstag lud uns Tina zu einem Ausflug nach Cloudcroft ein. Wir besuchten die Lodge in Cloudcroft, bevor wir in einer Pizzeria aßen, in der Jenny das angeblich leckerste Bier ihres Lebens trank. Die Pizza war natürlich mit Chile, das typisch für die Region ist. Nachdem wir uns gut gestärkt hatten, zeigten wir Jenny Cloudcroft, eine kleine Stadt in den Bergen mit netten kleinen Geschäften. Tina kaufte uns drei silberne Ketten mit Anhängern in Form der Umrisse von New Mexico als schöne Erinnerung.

Unser Ticket für White Sands war immer noch gültig, also beschlossen wir, einen weiteren Sonnenuntergang dort zu erleben. Das Wetter war zwar bewölkt, aber wir wagten es trotzdem. Als wir ankamen, war kaum ein Lüftchen zu spüren. Wir sahen viele Familien, die die Zeit dort genossen. Die Kinder rutschten auf ihren Schüsseln die Dünen hinunter, es gab Musik und der Duft von Gegrilltem lag in der Luft. Wir bahnten uns unseren Weg über die Dünen und warteten auf den Sonnenuntergang. Glücklicherweise gab es eine Wolkenlücke, die einen schönen Anblick versprach. Allerdings wurde es mit zunehmender Tiefe der Sonne immer windiger und wir mussten schließlich abbrechen, da der Sand uns ein Peeling verpasste.

Den Abend ließen wir erneut auf der Terrasse ausklingen. Es war so schön, meine Freundin Tina und ihren Mann wiederzusehen. Die Zeit in New Mexico war viel zu kurz, aber die Erinnerungen werden uns noch lange begleiten.

Die Texas School of Photography – Eine Woche voller Lernen und Spaß

Als Fotografin nehme ich an der Texas School of Photography teil, weil ich hier von meinen Idolen lerne und mich mit vielen Fotografen austauschen kann.

Am Sonntagmorgen begann unsere Reise zum Flughafen El Paso, begleitet von meiner Freundin Tina, von der ich mich nun schon wieder verabschieden musste. Nach dem Check-In trafen wir unerwartet auf Elizabeth, eine alte Bekannte vom letzten Jahr bei der Texas School. Sie war, gemeinsam mit ihrem Mann Michail, auch auf dem Weg zur Texas School.

Nach unserer Ankunft im Hotel, checkten wir ein, ich teilte mir das Zimmer mit Jenny, und registrierten uns für unsere jeweiligen Kurse. Die Vorfreude auf die kommenden Tage war groß. Wir waren dieses Jahr nicht im selben Kurs. Jenny war in der Klasse von Tim Walden und ich bei Tony Corbell (Tony hat drei US-Präsidenten, das Millennium Summit Meeting of World Leaders bei den Vereinten Nationen, Sportstars, fast 800 Bräute und Bräutigame und eine Handvoll NASA-Astronauten fotografiert.) und Rob Hull (Er bietet international Workshops an und  moderierte erst kürzlich Fotoprogramme auf den griechischen Inseln, in Kolumbien, Panama, Costa Rica, Kanada und Irland. Für fortgeschrittene Fotografen hat Rob den Canon Advanced Shooter Workshop entwickelt und unterrichtet ihn.).

Die Woche begann mit einem gemeinsamen Abendessen für alle Teilnehmer, gesponsert von verschiedenen Unternehmen der Fotobranche. Es war eine großartige Gelegenheit, Fotografen aus der ganzen USA kennenzulernen und sich auszutauschen. Im Anschluss fand ein offizielles Willkommens-Meeting statt, bevor wir uns in unsere Klassen begaben. Der Unterricht am ersten Tag dauerte bis spät in den Abend hinein.

Texas School 1. Meeting

Texas School 1. Meeting

Intensive Lernerfahrungen und wertvolle Kontakte

Wir waren 25 Personen in der Klasse + zwei Wrangler (die fleißigen Helferlein) und natürlich Tony und Rob. Unsere Klasse hieß: “Between light and shadow” und die renommierten Fotografen Tony und Rob haben uns während dieser Woche die unterschiedlichsten Foto Sessions demonstriert. Ich habe viele Ideen für Lichttechnik und für mein Business bekommen. Besonders beeindruckend war Tony Corbells Bericht über seine Arbeit im Weißen Haus.

Das Beste an diesem Workshop war, dass wir Tony und Rob während einer Woche sehr nahe kamen und all unsere Fragen bezüglich Fotografie und Business beantwortet wurden. Auch in Zukunft sind wir mit beiden vernetzt und können uns jederzeit an sie wenden. Ist das nicht genial? 

Ja, du hast richtig gelesen, wir haben eine Woche lang von den Besten gelernt. Jeden Morgen trafen wir uns 8 Uhr in unserem Klassenzimmer im Hotel. Während der Mittagspause konnten wir die Trade Show, wo viele bekannte Fotografie-Ausstatter ihre Stände hatten, besuchen. Canon war auch unter diesen Ständen. Dort konnten wir die Kameras und Objektive reinigen und updaten lassen, ein super Service. Bei den anderen Händlern erhielten wir Informationen zu neuen Produkten (Prints, Hintergründe, Foto-Accessoires, alles, was das Fotografen-Herz höher schlagen lässt. 

Nach der Mittagspause lernten wir weiter mit Tony und Rob. Wir lernten uns gegenseitig besser kennen und fanden schnell neue Freunde. 

Ein paar Fotos, die während der Woche entstanden sind:

Deutsche bei der Texas School

Die Texas School of Photography befindet sich zwar in Texas, sie hat sich aber zur größten Fotografen-Schule der USA, wenn nicht sogar der Welt, entwickelt. Es kommen jedes Jahr Fotografen aus der ganzen USA und Kanada hier zum Lernen zusammen, und eine Handvoll Deutsche gibt es auch. Ich war allerdings eine von zwei, die extra dafür in die USA reisten, die anderen leben dort. 

Direkt am Montag, während meiner Mittagspause beschloss ich, mir bei Whole Foods Market einen leckeren Salat zu holen, als mich vor dem Hotel eine Frau ansprach und fragte, ob ich auch laufen würde. Ich antwortete ihr, dass ich mir was zu Essen holen möchte. Dann meinte sie, ob sie einen kleinen Accent in meinem Englisch höre. Als ich ihr sagte, dass ich Deutsche sei, sagte sie, dann können wir auch auf Deutsch reden. So lernte ich Simone kennen, die ursprünglich aus Leipzig stammt, jetzt aber mit ihrer Familie in West Virginia lebt. Von da an trafen wir uns immer wieder. Und im Sommer kommt Simone mit ihrer Family nach Leipzig, wo wir uns wiedersehen werden.

Fünf Deutsche bei der Texas School

Networking und Austausch

Die Texas School of Photography bietet nicht nur intensive Lernmöglichkeiten, sondern auch zahlreiche Events. Jeden Tag hatten wir die Gelegenheit, uns mit anderen Fotografen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Trade Show, bei der verschiedene Anbieter ihre Produkte präsentierten, war eine wertvolle Informationsquelle für Neuheiten und Trends in der Fotografiebranche.

Die Woche war nicht nur von Lernen geprägt, sondern auch von gemeinsamen Aktivitäten und Feierlichkeiten. Es gab Abende mit Texas Barbecue, einer Pyjama-Party und einem Tradeshow-Abend. Diese Veranstaltungen boten die Möglichkeit, sich zu entspannen, zu feiern und die Gemeinschaft der Fotografen zu genießen.

Am letzten Tag der Texas School fand die Abschlussveranstaltung statt, bei der wir unsere Zertifikate erhielten. Nach einem letzten Mittagessen mit Jenny und einem Burger bei In-N-Out Burger traten wir die Heimreise an. Die Woche war geprägt von wertvollen Lernerfahrungen, neuen Freundschaften und bleibenden Erinnerungen. Ich bin dankbar für diese einzigartige Gelegenheit, mein Wissen zu erweitern und mich mit anderen Fotografen auszutauschen.

Fazit

Meine Reise unterwegs in die alte Heimat durch Florida, New Mexico und die Texas School of Photography war wie nach Hause kommen. Habe ich doch mit meiner Familie acht Jahre in Alamogordo verbracht. Das war unsere Heimat, die USA war während dieser Zeit unsere Heimat.

Von den herzlichen Wiedersehen mit Jenny in Florida bis zum Besuch meiner Freundin, Tina, in unserer alten Heimat in New Mexico und dem intensiven Fotografie-Workshop in Texas war jeder Teil der Reise einzigartig. Ich habe nicht nur wertvolle Lektionen über Fotografie und Business gelernt, sondern auch neue Freundschaften bei der Texas School of Photography geschlossen. Diese Reise wird für immer in meinen Erinnerungen bleiben.

Dieser Artikel entstand vor allem auch als Erinnerung an eine unvergessliche Zeit!

Only in America

Only in America – das war mein Gesamteindruck meiner Reise nach Dallas. Im Januar 2020 hatte ich mich für die Texas School of Photography angemeldet. Der Workshop sollte Ende April 2020 stattfinden. Der Grund, warum ich daran teilnehmen wollte, ist, dass ich mein Studium der Fotografie in den USA gemacht habe und dort mein eigenes Studio bis 2017 hatte. Meine Wurzeln in der Fotografie liegen in den USA. Bis 2017 habe ich mich dort immer weitergebildet, mich mit anderen Fotografen aus ganz USA ausgetauscht und habe Messen besucht. Mein Mentor, Steve Kozak, war es, der mich auch dazu überredet hat, meinen Abschluss als Certified Photographer bei Professional Photographers of America zu machen. Dies prägte meine Fotografie und meine Inspirationen bekomme ich auch aus den USA. In Deutschland habe ich bis heute nicht dieselben Inspirationen bekommen.

Workshop Ausfall – verschoben – keine Einreise

Aufgrund der Pandemie fiel der Workshop 2020 aus und ich konnte auf 2021 verschieben. 2021 wurde der Workshop von April auf Oktober verlegt, von Deutschland aus gab es keine Möglichkeit in die USA einzureisen. So verschob ich meine Teilnahme um ein weiteres Jahr, auf 2022.

Eigentlich standen die Chancen gut, dass ich in diesem Jahr endlich daran teilnehmen konnte, bis der Krieg in der Ukraine begann. Ich hatte wieder die Ungewissheit, dass ich nicht fliegen könnte. Die Zeit verging und langsam freute ich mich auf meine Reise. Doch es konnte immer noch sein, dass ich mich mit Corona ansteckte, denn die Inzidenzen waren sehr hoch. Ich schützte mich so gut ich konnte. Am Ostersonntag, mein Geburtstag, musste ich mich testen lassen. Wäre mein Test positiv, könnte ich nicht nach Dallas fliegen. Doch alles war gut. Jetzt war ich überglücklich. Das war wohl das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich bekommen konnte. Erst jetzt konnte ich mich auf meine Reise freuen.

Meine Reise

Am Ostermontag, 18.04.2022, brachte mich mein Mann nach Frankfurt zum Flughafen. Jetzt sollte es endlich losgehen. Jetzt war ich doch sehr aufgeregt und freute mich nun auf meine Reise. Jacqueline, die Frau meines ehemaligen Mentors, Steve Kozak, hatte schon alles für mich vorbereitet und freute sich sehr auf meinen Besuch bei ihnen, bevor wir nach Arlington ins Hotel gingen, wo die Texas School of Photography stattfinden sollte.

Der Flug war lang, aber direkt. 11 Stunden saß ich auf meinem engen Platz in der 32. Reihe, hörte Podcasts, las ein schönes Buch und schaute einen Film. Auch mit meiner Nachbarin auf dem Platz neben mir tauschte ich mich aus. So habe ich den Flug auch sehr gut hinter mich gebracht.

In Dallas wurde ich von Steve und Jacqueline erwartet. Sie holten mich vom Flughafen ab. Wir stoppten auf der Fahrt nach Hause bei Tacco Bell und hatten einen kleinen, aber feinen leckeren Tacco-Snack.

Ankommen

Es war so schön, die beiden wiederzusehen. Wir kamen bei ihnen zuhause an und Jacqueline hatte schon mein Zimmer und mein Bad hergerichtet. Alles war liebevoll dekoriert und es standen alle wichtigen Dinge, wie Kosmetik etc. bereit.

Später kamen Freunde von ihnen, die auch an der Texas School teilnahmen. Er brachte frische Steaks aus Wisconsin mit und bereitete für alle das Dinner. Wir Frauen fuhren in der Zwischenzeit zum Wallmart und kauften noch ein paar Kleinigkeiten ein. Ich fühlte mich so gut.

Zurück zuhause, gab es auch schon Dinner. Steve war ziemlich beschäftigt mit den Vorbereitungen für die Texas School, weil er alles mit organisiert. Danny, der Freund von den beiden, ist Masseur und ich bekam eine Massage für meine Schulter, die seit Monaten schmerzt (Frozen Shoulder). Das tat so gut. Gegen 21 Uhr bin ich dann endlich ins Bett gefallen und konnte auch direkt einschlafen. Nur einmal wurde ich nachts wach.

Die ersten Tage bei Steve und Jacqueline

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit Shopping und Essen Gehen. Ich hatte einiges auf meiner Liste stehen, war ich doch fünf Jahre weg. Marshalls, Ross, Maurices, die Outlet-Mall, Gap, Guess, Hilfiger, Walmart, Walgreens, Victoria Secrets, daran kam ich nicht vorbei, und, und und – es war herrlich. Meine Ausbeute war grandios, kam ich doch mit einem fast leeren Koffer an.

Zur Maniküre und Pediküre waren wir auch. Wir wollten doch ordentlich bei der Texas School aussehen. Außerdem packten wir unsere Sachen für das Hotel, wo wir am Donnerstag hinfuhren.

Zu den Abendessen gab es Mexikanisch oder Steaks.

Abreise zum Hotel

Den Morgen begannen wir wie jeden Morgen, Nachrichten schauen und Kaffee trinken und dann wurde gepackt und das Haus aufgeräumt, die Katze und der Garten mit den vielen Blumen und Pflanzen versorgt. Am frühen Nachmittag fuhren wir dann nach Addison ins Hotel.

Ankommen im Renaissance Hotel Addison

Noch ist hier alles leer!

Jetzt sollte bald die Texas School starten. Ich konnte es kaum abwarten. Die ersten drei Nächte wohnte ich bei Steve und Jacqueline im Apartment, da ich kein Hotelzimmer mehr für diese Zeit bekommen habe. Tagsüber waren Steve und Jacqueline mit den Vorbereitungen und Meetings zur Texas School beschäftigt. Abends saßen wir zusammen.

Treffen mit Shana bei Chili's - einer ehemaligen Kundin

Treffen mit Shana

Am Freitag Abend kam eine ehemalige Kundin von mir mit ihrem Sohn mich abholen. Sie wollte mich unbedingt wiedersehen. Sie lud mich zu Chili’s ein, einem amerikanischen Restaurant mit TexMex, wo wir auch schon früher immer gern hingegangen sind.

Das Wetter war noch garnicht sehr warm, naja wir hatten die ganze Zeit ca. 28 – 30 Grad C°, aber in allen Innenräumen läuft die Klimaanlage sehr kalt und mit viel Lüftung. So bekam ich natürlich direkt eine Erkältung davon und saß am Donnerstag und Freitag mit einem schönen Buch im Hotelzimmer und bin nur raus, wenn ich etwas zu Essen brauchte. Das tat ganz gut.

Beginn der Texas School

Am Samstag, 28.04., fand meine Precon-Klasse statt. Ich hatte mich für PG Gudphotography angemeldet. Den ganzen Tag lernten wir worauf es beim Drucken eines Portraits ankommt, von der Aufnahme bis hin zum Ausdruck.  Für mich war dies sehr interessant, ich besitze zwar einen großen Drucker, aber ich drucke meine Portraits noch nicht selber.

Am Abend traf ich mich mit Heike und Denny, die ich bei Jacqueline und Steve kennengelernt hatte. Wir aßen bei TaccoBell. Im Anschluss fand die Award Ceremony statt, bei der alle Gewinner geehrt wurden, die ihre Fotos für den Fotowettbewerb eingereicht hatten. Hier sahen wir viele herausragende Bilder und deren Besitzer. Auch Jacqueline wurde geehrt, weil sie mit ihrer Arbeit die Texas School seit Jahren unterstützt.

Am Sonntag Mittag war ich von einer weiteren ehemaligen Kundin zum Mittagessen eingeladen. Wir waren in der Galerie, wo ich meine lang vermissten Huevos Rancheros aß und wir Mimosas tranken. Es war herrlich. Ich hatte 2016 ihre Verlobung in White Sands fotografiert. Jetzt trafen wir uns nach fünf Jahren wieder.

Nach diesem wunderbaren Essen bezog ich mein Zimmer, das ich mit Serena teilte. Serena kam aus Kalifornien zur Texas School und hatte sich für Lightpainting angemeldet.

Später begann die Registrierung für unsere Klassen. Ich hatte mich für die Cris & Deanna Duncan’s Klasse angemeldet und wollte neue Wege bei der Lichtsetzung lernen, “Lighting For Sales”.

Treffen zur Orientierung - Only in America

Treffen zur Orientierung

Nachdem wir ein gutes Abendessen bekommen haben, das von einem amerikanischen Fotolabor gesponsort worden war, trafen sich alle Teilnehmer zur Orientierung in einem großen Raum. Ich setzte mich zu meiner Klasse. Es waren noch drei Plätze frei und ich nahm einen davon. Kurz darauf kam Jenny und fragte, ob sie den Platz neben mir haben könne und dann folgte Shama, die den letzten Platz in unserer Ecke ergatterte. Schnell stellten wir uns untereinander vor, bevor es mit Ansprachen und Informationen los ging. Im Anschluss gingen wir in unseren Klassenraum.

Wir drei wollten alle in der ersten Reihe sitzen und so kam es, dass wir uns ganz vorn zusammengesetzt haben ;-). Das Eis war gebrochen.

Hier gab es als erstes eine Vorstellungsrunde. Uns erwarteten Snacks und Wein und Menschen, die wie wir, etwas über Fotografieren in verschiedenen Lichtsituationen lernen wollten. Chris und Deanna erklärten, was wir in dieser Woche lernen würden und wir konnten unsere Wünsche äußern. Ihnen war sehr daran gelegen, dass wir eine unvergessliche Woche verbringen und Freunde werden. Gegen 21 Uhr war der erste Schultag geschafft.

Der Anfang war getan.

Die Texas School

Only in America

Chris and Deanna Duncan – Lighting for Sales

Am Montag, 25.04., startete dann der Workshop richtig. Täglich trafen wir uns ab 08:00 Uhr morgens in unserem Klassenraum. Hier erwarteten uns frischer Kaffee und Snacks, bevor 08:30 Uhr der Unterricht los ging. Ab 08:00 Uhr war auch die Ausstellung eröffnet. So konnten wir noch vor dem Unterricht neue Produkte und Equipment ausprobieren und unsere Kameras bei Canon reinigen lassen. Das war eine tolle Möglichkeit.

Jeden Tag sind wir zur Ausstellung gegangen. Es gab soviel zu entdecken, ob Elinchrom (das ist die Firma, von der ich meine Blitzanlage nutze), über Canon bis hin zu Fotohintergründe und Fotolaboren. Alle neuen Produkte waren zu sehen und wir konnten ausprobieren, anfassen und direkt kaufen. Es war für mich eine einmalige Gelegenheit, neue Ideen zu sammeln und einzukaufen (zumindest, das, was ich in meinen 23 kg Gepäck mitnehmen konnte).

Der Unterricht war sehr abwechslungsreich, von Theorie, Methoden, Ideen, über Lichtsetzung, Praxis mit uns und mit Models, entweder im Studio, das in unserem Klassenraum aufgebaut war oder im Freien rund um das Hotel, einmal sind wir sogar zu einer alten Sandmill gefahren. Diese Location war für jeden Fotografen etwas ganz besonderes. Auch hier bekamen wir Models zugewiesen und arbeiteten in Gruppen.

Die Mittagspausen verbrachte ich mit meinen neuen Freundinnen in Hotelnähe in Restaurants. Abends gab es immer ein Abendessen, dass gesponsert wurde. Abendveranstaltungen gab auch. Wir  wurden zu einem Texanischen Abend zu einer Eventlocation gefahren. Hier gab es amerikanisches Barbecue und Live Musik.

Während der Anfahrt dorthin habe ich meine bekannten Gesichter verloren und habe mich drei Frauen angeschlossen, mit denen ich im Bus zusammen saß. Später habe ich dann einige wieder entdeckt und mit ihnen den Abend bei toller Musik verbracht.

In diesem Jahr gab es eine Toga-Party. Jeder, der Lust auf Kostüm hatte, konnte sich entsprechend kleiden. Wir hatten eine Menge Spaß und haben lange getanzt, obwohl ich vorher gesagt hatte: “I am not dancing!” – Wie heißt es doch so schön, “sag niemals nie”. :D

Einen Abend hatte die Tradeshow, also die Ausstellung bis abends geöffnet und es gab jede Menge Preise zu gewinnen. Wir hatten die Möglichkeit, uns die Produkte an den Ständen erklären zu lassen und die Unternehmen persönlich kennenzulernen. Dabei habe ich viele neue Ideen für mein Business bekommen. Am meisten haben mich die Stände der Firma Elinchrom, 3XM Solutions und Midsouth Color Lab interessiert sowie die Stände mit Hintergründen. Und natürlich habe ich mir auch etwas gekauft, wie kann man auch nicht bei diesen tollen Rabatten, die es extra für die Texas School gab. ;-)

Am letzten Abend fotografierten wir in der Sand Mill, einer wunderschönen Location, besonders für Fotografen. Nachdem wir wieder zurück waren und gegessen hatten, war es auch schon nach 21 Uhr. Im Hotel haben wir uns dann noch in der Bar getroffen und einen lustigen Abend ausklingen lassen.

Übrigens, wir waren vier deutsche Fotografinnen, die sich dort getroffen haben. Jacqueline, kannte ich schon, Heike kam mit ihrem Mann den langen Weg von Wisconsin und Claudia lebt auch schon lange in den USA.

Only in America

The Germans …

Am Freitag, 29.04., war es Time to say Goodbye. Wir trafen uns noch einmal alle zu einer Abschlussveranstaltung, bei der Preise ausgelost wurden und ein Video vorgeführt wurde, bevor wir uns ein letztes Mal in unserem Klassenraum trafen und uns verabschiedeten. Es wurde sehr emotional, da Deanna und Chris für jede Person individuell eine kurze Rede zusammengestellt hatten. Dann war es auch schon Zeit, uns von unseren neuen Freunden zu verabschieden. Bye, bye, Jenny, Shama, Liliana …

Danach hieß es Koffer packen. Ich half noch Steve, Elisabeth und Jacqueline beim Ausräumen von Steves Klassenraum und dann fuhren wir zu Steve und Jacqueline. Den letzten Tag vor meiner Abreise verbrachten wir ruhig. Wir wollten uns einfach nur ausruhen … und noch einmal Steak essen.

Im Restaurant war es sehr, sehr kalt. Die Klimaanlage war wieder heruntergekühlt. Wir hatten unsere Jacken vergessen. Aber … im Auto fand Steve noch die Toga-Kostüme ;-). Diese Kostüme waren unsere Rettung – wir fühlten uns wie Königinnen.

Steak essen im Toga Kostüm - Only in America

Steak essen im Toga Kostüm

Am Samstag flog ich mit vielen schönen Erinnerungen wieder nach Deutschland.

Bye, bye America - Only in America

Bye, bye – I’ll be back in one year!

Ich danke vor allem Steve und Jacqueline für ihre Bemühungen, dass Sie mich dabei unterstützt haben, dass ich an der Texas School of Photography 2022 teilnehmen konnte. Ohne die beiden hätte ich nicht diese Gelegenheit gehabt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Texas School of Photography ist auch in den USA einmalig. Es kamen Fotografen aus der ganzen USA zusammen, vor allem aber aus Texas. Das Event ha

Es waren sechs intensive Tage, mit der besten Fotografie-Ausbildung, die es in der Welt gibt, kleine Klassen, freie Events, bei denen man mit ca. 1000 Fotografen zusammen kommt, ca. 70 Foto-Aussteller mit super Discounts.  Ich habe viel gelernt, habe neue Freunde fürs Leben gefunden und hatte viel Spaß. Only in America.