Fotobearbeitung und warum ich meinen Kunden keine unbearbeiteten Fotos herausgebe!

Es kommt des Öfteren vor, dass mich meine Kunden fragen, dass sie alle Dateien vom Shooting, auch unbearbeitet, erhalten. Sie sind enttäuscht, wenn ich dem nicht zustimme und ihnen mitteile, dass ich keine unbearbeiteten Dateien herausgeben. Ich möchte Euch das im Folgenden erklären.

Wenn man in RAW und nicht in JPEG fotografiert, sind die Bilder aus der Kamera sozusagen noch “roh” und müssen optimiert werden, da sie flach wirken. Ein Fotograf wählt die RAW-Option, um das Bild so gut wie möglich zu optimieren, weil somit mehr Informationen in einem Bild hinterlegt sind.

1. Das Bild optimieren

Nach einem Fotoshooting, werden die Farben und die Kontraste, evtl. auch das Licht, etwas angepasst, auch wenn man schon beim Fotografieren versucht, das Bild nach den richtigen Vorstellungen zu erstellen. Die Farben wirken in einem RAW-Foto etwas verfälscht.

Nachdem dies geschehen ist, werden evtl. störende Objekte im Bild entfernt oder angepaßt. Das kann ein vorbeifahrendes Auto sein, eine Person im Hintergrund oder ein unschönes Objekt, das das Auge an sich zieht.

Die Personen in den Fotos werden natürlich auch bearbeitet. Bei Personen bearbeite ich natürlich als erstes die Hautunreinheiten, die reduziert werden. Ich entferne (nach Abstimmung mit dem Kunden) Pickel, die Muttermale lasse ich jedoch. Weiterhin werden die Augen geschärft, die Zähne leicht “geputzt”, Schweißstellen “gepudert” und bei roter Gesichtsfarbe etwas das rot reduziert, alles in Maßen, so dass die Person natürlich aussieht. Auch auf die Kleidung wird geachtet. Sollte sich ein Kind schmutzig gemacht haben, werden auch hier eventuelle Flecken retuschiert.

Bei Gruppenfotos kann es sogar manchmal vorkommen, dass man nach vielen gleichen Bildern ein Lieblingsfoto aussucht, auf dem jedoch jemand die Augen geschlossen hat. Dieser Person werden beim Bearbeiten die Augen geöffnet. (Niemand kann das nachvollziehen) Es werden dabei 2 Bilder übereinander gelegt und nur die Teile des Bildes verwendet, die im anderen Bild notwendig sind.

Meine Bildretouche soll immer noch natürlich wirken, aus diesem Grund werde ich nur auf Anweisung weitere Maßnahmen ergreifen (diese können sein, bestimmte Rundungen am Körper abzuändern oder das Gesicht schmaler zu machen …).

2. Mein persönlicher Stil

Während der Bearbeitung bringe ich meinen persönlichen Stil mit ins Foto. Dies ist schon beim Fotografieren teilweise geschehen, aber die Bearbeitung bringt nochmal eine letzte Note, wie ich die Bilder präsentiere. Z. B. liebe ich bei Outdoor-Sessions Farben, je nach Jahreszeit. Ich mag verschwommene Hintergründe, die evtl. etwas dunkler sind als die Personen im Bild, damit die Person richtig zur Geltung kommt.

Natürlich ist das alles viel Arbeit an einem Foto. Für mich ist das Foto einfach nicht fertig, wenn es aus der Kamera kommt, es ist noch “roh” und bekommt durch mich seinen letzten “Schliff”. Das hat nichts damit zu tun, dass man dadurch ein Foto rettet, nein, ganz im Gegenteil, es wird optimiert.

Aus diesem Grund gebe ich keine Bilder ohne Bearbeitung heraus.